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Watchado? Berufsorientierung im dritten Millenium

3. November 2017

 

„What do you do?“ oder schlampig ausgesprochen: „whatchado?“ wird man in einem englischsprachigen Land gefragt, wenn das Gegenüber wissen will, welchen Beruf man ausübt. Whatchado ist aber auch der Name eines sehr erfolgreichen österreichischen Internetprojekts, das den Anspruch hat, Jugendlichen Hilfe dabei anzubieten, einen passenden Beruf zu finden, unabhängig von Herkunft, Geschlecht und sozialem Umfeld.

http://www.watchado.com versteht sich als Berufsorientierungsplattform für die junge Generation, meinte der Gründer der Seite, Ali Mahlodji, im Rahmen seines Vortrags (Denglisch: Keynote), den er anlässlich einer Veranstaltung der PH Tirol im Juli 2017 hielt.

Berufsbilder haben sich in den letzten 20 Jahren stark verändert, viele Berufe gibt es nicht mehr, neue sind hinzugekommen. Speziell durch die Digitalisierung sind sehr viele vollkommen neue Jobs entstanden und junge Menschen sehen sich heute nicht nur mit einem beständigen Wandel, sondern auch mit einer Vielfalt an Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten konfrontiert.

Um Licht in das Dunkel der Berufswahl zu bringen, hatte Mahlodji vor sechs Jahren die Idee, mit ein paar Freunden eine Videoplattform zu gründen, die auf einer Datenbank basiert, in der viele traditionelle, aber auch viele neue Berufsbilder per Mausklick verfügbar sind. Aus einer Handvoll 5-Minuten-Videos, mit denen die Plattform vor wenigen Jahren startete, sind inzwischen 6.215 geworden, die interviewten Menschen beantworten stets dieselben sieben Fragen:

  • Drei Ratschläge an dein 14-jähriges Ich …
  • Was steht auf deiner Visitenkarte?
  • Was ist das Coolste an deinem Job?
  • Welche Einschränkungen bringt der Job mit sich?
  • Worum geht’s in deinem Job?
  • Wie schaut dein Werdegang aus?
  • Ginge es auch ohne deinen Werdegang?

 

Erfolgreiches österreichisches Start-up-Unternehmen

Inzwischen darf sich das Erfolgsprojekt mit vielen Interviews mit nationalen und internationalen Prominenten schmücken. Die bekannte Anthropologin Jane Goodall meint zB, dass sie jungen Menschen gerne den Rat gebe, dass sie ihr Ziel mit Nachdruck verfolgen und hart dafür arbeiten sollen, um so ihre Träume zu verwirklichen.

Ö3-Urgestein Eberhard Forcher, DJ, Produzent und Moderator, spürte als junger Mann, dass er als Sonderschullehrer nie glücklich werden würde und nahm das Risiko auf sich, sein bis dahin bürgerliches Leben gegen ein Leben als Musiker zu tauschen. Und es war die richtige Entscheidung, meint er im Video!

Ali Mahlodji kam mit zwei Jahren als Flüchtlingskind vom Iran nach Österreich, brach die Schule vor der Matura ab und absolvierte erst im zweiten Bildungsweg ein Studium. Mahlodji weiß aus eigener Erfahrung, dass er selbst ein gutes Beispiel dafür ist, dass man auch unter ungünstigen Voraussetzungen erfolgreich sein kann, wenn man eine Vision hat und bereit ist, dafür hart zu arbeiten.

Mahlodjis Firma ist inzwischen europaweit tätig, er nennt sich seit kurzem „storyteller“ und ist ein gefragter Redner, der es versteht, sein Publikum gut zu unterhalten und zu inspirieren. Das ursprünglich in Mahlodjis Wohnzimmer gegründete Unternehmen Watchado beschäftigt heute 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Tipp: Wenn Sie Interesse daran haben, einen Mitarbeiter von Watchado an Ihre Schule einzuladen, finden Sie die Kontaktadresse unten. Lassen Sie Ihre Schülerinnen und Schülern mit dieser innovativen Plattform arbeiten, es lohnt sich! Seit kurzem gibt es die Inhalte von Watchado auch als App für Android und IOS.

Weitere Informationen

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