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Fake News: Wer lügt denn nun?

24. Juni 2017


Als „Fake“ bezeichnete man im deutschen Sprachraum ursprünglich billige, aus China stammende Imitate von Markenprodukten. Inzwischen, verbunden mit dem weltweiten Aufstieg des Populismus, hat der Begriff eine weitere Bedeutung angenommen und ist dabei, hierzulande den von Rechtsextremen häufig verwendeten Begriff „Lügenpresse“ zu verdrängen.

„Fake-News“ ist eines der Lieblingswörter des amtierenden US-Präsidenten, der wohl keine Gelegenheit auslässt, um kritische Qualitätsmedien, wie z. B. die New York Times oder CNN, als „fake news“ zu bezeichnen. Und sich gleichzeitig als den Verkünder der einzig gültigen Wahrheit darzustellen.

Das in englischer Sprache publizierende Magazin Politico schrieb im Jänner 2017, dass viele US-Präsidenten, wie z. B. Nixon, Clinton oder Bush, gelogen haben, dass aber „Trump aus reiner Lust am Lügen zu lügen scheint.“

Satte 70 Prozent seiner Aussagen, die das Magazin während Trumps Wahlkampagne überprüft hatte, waren vollkommen falsch, während nur 4 Prozent stimmten und 11 Prozent überwiegend wahr waren[1].

Wir leben in spannenden Zeiten, in der vor allem populistische Politikerinnen und Politiker, darunter auch der mächtige US-Präsident, konsequent den Spieß umdrehen und jene Medien, die gut recherchieren und die Öffentlichkeit auf Manipulationen und Lügen aufmerksam machen, der falschen Darstellung bezichtigen. Fakten zählen heute offenbar nicht mehr, sondern die– oder derjenige wird gehört, der in der Lage ist, am lautesten und schrillsten seine Unwahrheiten zu verbreiten.

In jeder Demokratie haben jedoch die Medien eine ausgesprochen wichtige Funktion, und zwar sollen sie Informationen verbreiten und die Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, sich eine eigene Meinung zu einem Thema zu bilden. Nicht zuletzt braucht eine Demokratie funktionierende kritische Medien deswegen, damit sie gegenüber den Machthabenden ihre Kontrollfunktion ausüben.

Um in der Schule dieses brandaktuelle Thema zu behandeln, gibt es einige sehr brauchbare Angebote mit vielfältigen Materialen für die Arbeit im Unterricht.

 

Wahr oder nicht?

Der bayrische Rundfunk hat seit kurzem ein eigenes Team aufgestellt, das sich mit Fake News befasst und speziell für die Fächer Deutsch, Sozialkunde und Ethik hervorragende Dinge im Programm hat – nicht nur für Schülerinnen und Schüler, sondern auch für uns Lehrerinnen und Lehrer!

ARD und ZDF bieten ebenfalls umfangreiche Materialien wie Texte, Grafiken, Videos und weiterführende Links an, die erklären, wie Gerüchte entstehen und verbreitet werden, wie Falschnachrichten automatisiert von „Social Bots“ erzeugt werden und welche Seiten manipulative Meldungen sammeln und sich um die Aufklärung der Hintergründe bemühen.

Klicksafe.de ist eine von der EU-Kommission finanzierte Einrichtung, die frei verfügbare Broschüren anbietet, die wir im Unterricht gut einsetzen können, um Kindern und Jugendlichen einen kritischen Umgang mit Medien zu vermitteln.

24aktuelles.com ist ein belgisches Internetprojekt, das uns erlaubt, selber Falschmeldungen zu verfassen. Vorsicht: alle Nachrichten dort sind frei erfunden!

Brauchbare Tipps, um Falschmeldungen zu enttarnen, finden wir auch an dieser Adresse:

 

Interessant für

  • Alle Bereiche und Gegenstände, die mit dem fächerübergreifenden Prinzip „Medienerziehung“ zusammenhängen, siehe Grundsatzerlass des Ministeriums –
    hier klicken und Medienbildung – hier klicken

 

<rw>

[1] Vgl. http://www.politico.com/magazine/story/2017/01/donald-trump-lies-liar-effect-brain-214658

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