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I mog die Muhks!

1. November 2016

mooc
Nach den Bildungsrevolutionen durch das Radio, danach durch das Fernsehen und das Internet, ist nun wieder eine Revolution fällig: Bildung für alle durch MOOCs, „Massive Open Online Courses“!

Zumindest für jene, die einen Internet-Anschluss und einen Computer haben.

Diese Kurse gingen aus den bereits Anfang der 2000er Jahre vorhandenen OER (= Open Educational Resources) hervor, was so viel wie frei, also kostenlos erhältliche Lehr- und Lernmaterialien bedeutete.

Bereits 2002 wurde der Begriff von der UNESCO geprägt und auf die Bedeutung solcher Materialien für Entwicklungsländer hingewiesen.

Weltweit bekannt – wenn auch nicht Erfinder – ist zum Beispiel Salman Khan, der seit vielen Jahren Mathematik-Nachhilfe über das Internet betreibt, siehe dazu den Artikel im HUM-Magazin vom Oktober 2011 und den Tipp im Oktober 2012.

Bildung für alle, Harvard für die Welt, MOOCs – eine Bildungsrevolution? lauteten die euphorischen Überschriften in Zeitschriften und im Internet.

Tatsächlich finden sich dort heute unzählige Kurse zu vielen Themen. Auch österreichische Institutionen sind daran beteiligt, etwa die Grazer TU.

Vor- und Nachteile von E-Learning, MOOCs und Co

Die Vorteile:

  • Zugriff auf die Kurse jederzeit und allerorten möglich (wo es Internet gibt)
  • Wiederholungen sind immer möglich, wiederholte Fragen nerven weder Lehrer/innen noch Mitschüler/innen
  • Zugriff auf die besten Köpfe der Welt, allerdings ist dafür meist die englische Sprache Voraussetzung
  • Zeitunabhängig, meine Lehrer/innen stehen mir digital 24 Stunden am Tag zur Verfügung

Die Nachteile:

  • Die Produktion eines Kurses kostet mindestens € 50.000.00, wobei die Kostenskala nach oben hin offen ist.
  • Die Quote der Abbrecher/innen lag bei über 90 % – und wurde im Laufe der Jahre angeblich auf 70 – 90 %
  • Was ist eine abgeschlossene Prüfung bei einem MOOC wert?
    Wobei Wert hier nicht den persönlichen meint, sondern den Wert für den beruflichen Werdegang – auch da sind die Meinungen zumindest geteilt, schließlich werden Zeugnisse von MOOCs meistens nicht allgemein anerkannt.

Kurze Zusammenfassung

MOOCs bieten für Lehrende hervorragende Möglichkeiten, den ermüdenden – und meistens nicht sehr mitreißenden – ständigen Vortrag des „Stoffs“ zu verbessern. Diese Funktion kann durch eine Mischung vorhandener Vorträge und eigener Ergänzungen ersetzt und den Schüler/innen zur Verfügung gestellt werden. Die verbleibende Unterrichtszeit kann dann mit Aktivitäten der Schüler/innen genützt werden.

Der Arbeitsaufwand ist beträchtlich, Lehrerinnen und Lehrer sollten sich daher zu Arbeitsgruppen zusammenschließen. Teamarbeit ist hier das Mittel der Wahl und führt meistens zu persönlich befriedigenden Ergebnissen.

Wunder sind durch MOOCs nicht zu erwarten, aber Unterricht hat ja mehr mit emsiger Arbeit zu tun als mit göttlichem Eingreifen!

Weitere Informationen

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