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Welche Kompetenzen brauchen wir in Zukunft?

18. Oktober 2015

kompetenzen
Der bekannte englische Bildungsexperte und Autor Sir Ken Robinson definierte Anfang August in einem Interview jene vier Fähigkeiten, die unsere moderne Gesellschaft dringend braucht, und zwar sind das Kreativität, Mitgefühl, Gelassenheit und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit. Robinson räumt ein, dass diese Kompetenzen an sich nichts Neues darstellen würden, doch gibt er zu bedenken, dass wir ihrer heute besonders bedürfen, denn der Kontext im 21. Jh. sei ein wesentlich anderer, weil sich vieles so rasch wie nie zuvor ändere und wir danach trachten müssen, Schritt zu halten und entsprechend auf die neuen Herausforderungen zu reagieren.

Kreativität

Die Welt ist wesentlich komplizierter und vor allem schneller geworden, als sie es noch für unsere Elterngeneration war. Neue Herausforderungen im Umweltbereich, in der Wirtschaft und im Leben miteinander erfordern ein Umdenken und ein geändertes, auf mehr Nachhaltigkeit abgestimmtes Vorgehen. Dafür benötigen wir zB die Fähigkeit, kreativ zu denken, um den brennenden Problemen des 21. Jahrhunderts innovativ begegnen zu können.

Mitgefühl und Empathie

Mitgefühl, so Robinson, ist angewandte Empathie, und heute notwendig als Basis für jede Gemeinschaft, um Sachverhalte auch aus der Perspektive anderer zu betrachten und so zu versuchen, ein fruchtbares Miteinander zu aufzubauen. Dazu brauchen wir die Fertigkeit, Probleme aus der Sicht der Betroffenen zu sehen und empathisch zu fühlen.

Gelassenheit und Selbsterkenntnis

Mitgefühl für andere kann nur jemand aufbringen, der mit sich selbst im Reinen ist und über eine entsprechende Gemütsruhe verfügt. Viele Menschen sind aber heute unausgeglichen und leiden an psychischen Problemen wie zB Depressionen, und das, obwohl es, wenn wir zurückblicken, noch nie zuvor so vielen Menschen materiell so gut ging. Bis 2020, so die WHO, soll die Depression zur Volkskrankheit Nummer zwei geworden sein. Robinson ortet einen Grund dafür in der zunehmenden spirituellen Orientierungslosigkeit. Ebenso wie der Dalai Lama , der in seiner jüngsten Publikation vom Juli 2015 die Forderung nach einer „säkulären Ethik“ aufstellt, will auch er  die Spiritualität losgelöst sehen von den Religionen und ist überzeugt, dass wir sie als Grundlage für ein sinnvolles Leben brauchen.

Zusammenarbeit

Der Bildungsexperte bedauert, dass meisten Schulsysteme heute noch immer auf Wettbewerb basieren und nicht auf Kooperation. Der betont, dass der Wettbewerb natürlich seinen Platz im System hat, dass es aber noch viel wichtiger sei zu kooperieren, denn große Probleme lassen sich leichter lösen, wenn man gut zusammenarbeitet – und nicht gegeneinander!

Weil jedoch nur wenige Menschen von sich aus über all die oben genannten Fähigkeiten verfügen, plädiert Sir Ken dafür, Lehrerinnen und Lehrer an den Hochschulen entsprechend dafür auszubilden und ihnen Techniken beizubringen, um die oben genannten Ressourcen zu entwickeln und zu trainieren. Wenn sie dann diese Schlüsselkompetenzen des 21. Jahrhunderts selber gut beherrschen und im schulischen Umfeld als Mentoren weitergeben können, dann sieht der Bildungsexperte unserer Zukunft gelassen entgegen.

 

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