magazin24.info

Interessantes für Bildungsinteressierte

„Terror ist kein politischer Gegner“

25. Januar 2015

Der österreichische Philosoph Rudolf Burger hat der Wiener Zeitung ein spannendes Interview gegeben.

Was das Wesen des Terrors sei, fragt ihn der Journalist Walter Hämmerle beispielsweise.

„Ich finde, man kann dem Ganzen nur noch mit einem ironischen Bewusstsein gegenübertreten. ‚War on terror‘ – es gibt keine dümmere Formulierung. Der Terror ist kein politischer Gegner, dem wir gegenüberstehen, um ihn zu besiegen.“

Rudolf Burger, der technische Physik studierte und sich 1979 in Wissenschaftssoziologie habilitierte, ist ein überaus spannender Denker. Und hat keine Scheu, sich gegen das, was heute „Mainstream“ genannt wird, zu stellen. Die Aktion „Je suis Charlie“ etwa hält er bestenfalls für Infotainment und Kitsch.

Zum Beispiel deshalb:
„Wir übersehen dabei nur, dass für viele Menschen in vielen Weltgegenden die Kriege der Vergangenheit nie aufgehört haben. Im Nahen und Mittleren Osten mag es vielleicht Kampfpausen und Unterbrechungen dieses Kampfes gegeben haben. 1919, als der Westen den Ersten Weltkrieg gerade beendet hatte, ist der Krieg in dieser Region erst so richtig losgegangen – und er dauert, allenfalls von kurzen Pausen unterbrochen, bis heute an.“

Der Philosoph erklärt in dem Interview auch, warum er den Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ (Angela Merkel) nicht klug findet, wohl aber den Satz „Muslime gehören zu Deutschland“ klug gefunden hätte.

Was der Unterschied ist, darüber – und über andere zusammenhängende Themen – lässt sich mit diesem Interview trefflich diskutieren.

Das Interview finden Sie, wenn Sie klicken.

Tags: 03 Empfehlungen · 04 Österreich und die Welt