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Wem darf man glauben?

11. Oktober 2013

Es gab in Österreich einmal einen Presserat, eine von den Medieneigentümern freiwillig eingerichtete Art „Kontrolle“: Falschmeldungen sollten dort geahndet, zumindest gerügt werden.

Diese Selbstkontrolle kämpft seit 2002 mit Problemen, weil wichtige Zeitungsherausgeber sich von dem Presserat verabschiedeten.

Zwar existiert er nach wie vor, aber wie das bei einer Kontrolle durch sich selbst häufig der Fall ist: Kaum jemand bemerkt seine Existenz, kaum jemand liest auf der Website des Presserates nach, welche Zeitungsmeldungen sich als „Enten“ herausstellen.

Interessant hingegen jene freiwilligen Institutionen, die im Web diese Kontrollfunktion erfüllen wollen.

Die Sendung „we.blog“ der Fernsehstation OKTO (mehr dazu in eine der nächsten Nummern des HUM-Magazins) bietet einen 13-minütigen Einstieg in das Thema „Wer kontrolliert die Medien?“.

Dazu gibt es ein Interview mit Helge Fahrnberger, der mit Studierenden der Lehrveranstaltung „Multimedia-Journalismus“ an der Universität Wien eine Website mit dem Namen „Kobuk“ gründete.

Der Name, erfährt man dort, erinnert an den legendären Eskimodichter Kobuk. Der berühmte Schriftsteller wurde, wie man aus Zeitungen 1951 erfuhr, vom österreichischen PEN-Zentrum eingeladen. Seine berühmtesten Werke hießen „Brennende Arktis“, „Hela Musch Musch“ und „Verlassener Kajak“. Außerdem wollte der Autor die „Wiener Eisrevue“ in Grönland auftreten lassen.

presseratNun ja, der „berühmte Schriftsteller“ aus Grönland war in Wirklichkeit der Wiener Kabarettist Helmut Qualtinger, der gerne – und erfolgreich – österreichische Journalisten an der Nase rumführte. Wie das heute geschieht, kann auf der Website www.kobuk.at nachgelesen werden.

In dem Video „Wer kontrolliert die Medien?“ erfährt man übrigens auch den Grund, warum die „Zeitungsente“ so heißt, wie sie heißt.

 

Ideen

  • Schüler/innen überprüfen Zeitungsberichte auf ihren Wahrheitsgehalt
  • Schüler/innen vergleichen Berichte verschiedener Zeitungen zum gleichen Thema
  • Schüler/innen produzieren selbst Nachrichten, die falsch sind, aber glaubwürdig wirken

Interessant für
Politische Bildung und Recht, Video, Medien, (Zeit)Geschichte, Deutsch

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