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ZDF checkt Politikeraussagen

9. Juni 2013

Ein interessantes Experiment startete das deutsche öffentliche Fernsehen, das ZDF. Ziel ist die Überprüfung von Politikeraussagen, die diese in Talk-Shows, Nachrichten oder Pressekonferenzen machen. Ein Redaktionsteam arbeitet mit Internet-Usern zusammen, um den Wahrheitsgehalt zu überprüfen.

Mitmachen können prinzipiell alle Menschen, die zu einer Aussage (belegbare) Fakten beitragen. Diese werden von Expertinnen und Experten überprüft und das Ergebnis wird auf Internetseiten zur Verfügung gestellt.

Die Ergebnisse sind frei zugänglich und mit einer „Creative-Commons-Lizenz“ versehen, das heißt, sie können von allen verwendet werden, die einzige Auflage ist die Nennung der Quelle, also des ZDFs.

Die Beteiligung der Internet-User an diesem Vorgang wird denglisch „Crowdsourcing“ genannt, also in etwa aus einer großen Menge (= crowd) Daten zu beschaffen (= source), die zu neuen Erkenntnissen führen.

Auf diese Weise wurde einst (2001, in Zeiten rasender Schnelligkeit schon eine kleine Ewigkeit her) Wikipedia gegründet: Menschen teilten ihr Wissen mit anderen, ohne dafür Geld zu bekommen. Pessimisten hielten das für eine Idee, die scheitern musste. Das Gegenteil trat ein, Wikipedia ist zur beliebtesten seriösen Recherchequelle im Internet geworden.

Wie das ZDF-Experiment sich entwickelt, wird man sehen. Die Testphase läuft bis Ende Juni, die ersten Ergebnisse finden sich hier.

Nach der Recherche wird das Ergebnis samt den Begründungen dargestellt, im positiven Fall so:

ZDF-Politikercheck

Die Nutzung der neuen Medien für eine direkte Demokratie, abseits von Volksbefragungen und Volksbegehren, könnte das Interesse an unserer Staatsform steigern und vielleicht die Politikverdrossenheit reduzieren helfen.

 

Weitere Informationen:
ZDF-check, http://zdfcheck.zdf.de/

Interessant für:
Geschichte, Politische Bildung, Medien

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