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Rechtschreibreform 2013!

23. März 2013

Rechtschreibung
Der Kampf um die deutsche Sprache ist bekanntlich verloren und wir stehen vor dem Problem, wie es nun weitergehen soll. Die englische Sprache hat gewonnen, wie gehen wir damit um? Wer das Verschwinden von Wörtern wie Zwutschkerl, Erdäpfel, Paunzen oder Schlagobers bedauert, kann ebenso gut das Verschwinden des Mittelhochdeutschen betrauern, wir Gegenwärtigen müssen uns der Wirklichkeit stellen.

Vorwärts in die Zukunft!

Der Fortschritt schreitet fort, das ist sein Sinn, auch wenn es sich bei diesem Satz um eine Tautologie handelt. Auch das ist ein Fremdwort, das kaum jemand versteht, warum also nicht englische Wörter anstatt deutscher verwenden? Equipment, Setting, Tool – auch diese Wörter verstehen nicht alle und genau das macht ihren Charme aus. Man kann so herrlich mit ihnen jonglieren oder sie als Keule verwenden, um andere von der eigenen Klugheit zu überzeugen. Wer kann schon widersprechen, wenn jemand das „Setting der Items, mit denen Kompetenzen evaluiert werden“ lobt?

Allerdings bleibt das Problem der richtigen Schreibweise. Große Teile unserer Bevölkerung können nicht recht schreiben, auch nicht richtig rechtschreiben. Ein weiterer Teil, so etwa 20 bis 30 Prozent, kann laut PISA nicht zusammenhängend lesen. Wie sollen diese Menschen ahnen, dass „Outlet“ so ausgesprochen wird: Autlet? Und „Sale“ Seil? Also nicht Seil, wie das Ding, an dem Bergsteiger hängen, sondern Se-il? Was wiederum Ausverkauf heißt?

Lassen wir einmal das Problem beiseite, dass manche nicht einmal wissen, was „Deadline“ bedeutet – woher sollen sie erst einmal wissen, dass „ea“ wie e und „line“ wie lain ausgesprochen wird?

Vom Klang der Wörter

Als erster wichtiger Schritt muss deshalb das Englische in das Deutsche wortmalerisch übertragen werden. Was bei Majonäse bereits gelungen ist, muss auch bei „Outdoor-Activities“ möglich sein. Wir gehen nicht mehr außer Haus, um zu laufen (tschoggen), sondern haben Autdohr-Ektivities. Indohr machen wir höchsten Krantschis oder Sitaps, wenn wir nicht zu den Kautsch Potätos gehören. Für einen Abschlusstermin haben wir eine Dedlain und wenn unsere Arbeit gelungen ist, überschreiten wir die Bentschmark. Das ist kuhl, denn vielleicht ergattern wir damit einen Platz an einer Junivörsiti, die uns Liderschip beibringt.

Legen wir die Latte, also die Bentschmark, für den Startap nicht zu hoch, beginnen wir einfach, also isi.

Die Rechtschreibreform 2013, die ich auf den Weg – also on se rod – bringen will, macht nur Sinn – meiks sens – , wenn schon Jugendlichen klar wird, dass unser ABC weiterhin A Be Ce ausgesprochen wird und nicht Ei Bi Ci. Das wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung und danach können sie sich entspannt dem Übersetzen widmen, einer Ektiviti, die erst nach diesem grundlegenden Schritt erfolgen kann. Das richtige Lesen ist ein Tuhl, ohne das wir nicht zu den Inhalten der Wörter vordringen können.

Mehr Integration!

Darum fordere ich die Integration des Englischen in unsere Schreibweise! Das Ekwipment dafür haben wir weitgehend, auch wenn das englische „th“ unterschiedlich falsch ausgesprochen wird (se oder fe, je nach Sprachfehler) und es keinen deutschen Buchstaben dafür gibt. In diesem Fall müssen wir uns bloß auf eine Schreibform einigen – ich bevorzuge se – , für alle anderen Buchstaben gibt es kein Problem.

„Okay“, die übliche Form des deutschen „Mhm“, lautet schlicht okei und wird ebenso oft wiederholt wie „mhm“; die Abteilung nennt sich Dipartment; der Begriff für klischeehafte Formulierungen Wörding. Die früher schlichte Handelsakademie heißt  Bisness Äkädemi, der Wiener Oide Duud, Qualifikationsrennen nennen sich Kwolifeiing und eine Direktübertragung davon im Internet Laifstriem.

Wir sollten die englische Sprache in unsere Schreib- und Redeweise embedden, also einbauen. Die Engländer mögen einen „Rucksack“ tragen und ihn auch so aussprechen, wir nennen ihn schlicht Bäckpäck. Das klingt international und gibt uns das Gefühl, eine globale Größe zu sein.

Ich bin gerne bereit, diese Rechtschreibreform in diversen Arbeitskreisen (wöak gruups) ehrenamtlich – abgesehen von den Reisespesen – zu leiten unter der Bedingung, dass sie den Namen „Große Ledersberger’sche Rechtschreibreform“ trägt.

Das Projekt benötigt in der Ausbaustufe 1 – englische Wörter lautmalerisch umwandeln – sicher einige Jahre, anschließend folgt als wöak in progress die Übersetzung der neuen Wörter. Dafür ist die Mitarbeit aller erforderlich, daher rufe ich jetzt schon laut nach Papieren und Kommentaren! Ai kohl foa pe-ipas also.

Ob das Unternehmen ein Erfolg wird, weiß ich nicht, denn wie schon Bob Dilen sang:
Si änsa, mei frend, is bloin in se wind. Einen Versuch ist die Sache jedenfalls wert! Also wörs. Isn‘t it?

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