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Interview mit LSI Mag. Dr. Maresa Binder, Landesschulinspektorin in Oberösterreich

15. Juni 2011

Sehr geehrte Frau Landesschulinspektorin Binder, wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Ich war Mitarbeiterin in einem Notariat, bevor ich in die Tourismusschulen Bad Leonfelden wechselte und meine Liebe zu humanberuflichen Schulen begann, die ich seit 2000 als für sie zuständige  Landesschulinspektorin im Landesschulrat OÖ weiter pflege und wachsen lasse.

Bitte beschreiben Sie den HUM-Bereich, für den Sie als Inspektorin verantwortlich sind: wie viele Schulen, welche Schultypen gehören dazu und wie viele SchülerInnen und LehrerInnen sind an Ihren Schulen?

An unseren HUM-Schulen sind im laufenden Schuljahr 11.171 Lernende (Schülerinnen und Schüler) und 1.369 Lehrende (Lehrerinnen und Lehrer) – an insgesamt 21 Schulen (Wirtschaftliche Berufe, Tourismus, Mode und die Künstlerische Gestaltung-Linz) und 9 SOB-Schulen.
Die Bundessportakademie (BAFL Linz), die Statutschule für Visuelle Kommunikation und das Konservatorium für Kirchenmusik der Diözese Linz fallen aufgrund der Geschäftseinteilung LSR OÖ ebenfalls in meine Zuständigkeit. Davon sind 26 Schulen im Q-hum-OÖ/QIBB-System.

Was sind Ihre pädagogischen Ziele? Welche Visionen und Perspektiven sind Ihnen wichtig?

Humanberufliche Schulen sind ästhetisch gestaltete und in ihr Umfeld gut integrierte Lernorte, deren AbsolventInnen stolz auf ihre Schule sind. Für das Miteinander gibt es klare Regeln, die von allen eingehalten werden; die Anforderungen sind deutlich gemacht und transparent gehalten – jede und jeder nimmt die eigene Verantwortung wahr. Bei Problemen erhalten Schülerinnen und Schüler professionelle Hilfestellung durch Lehrpersonen, die in Teams arbeiten und ihre Arbeit reflektieren und selbst nicht aufhören zu lernen.

Wie wollen Sie das eigenständige und selbstverantwortliche Arbeiten der Schülerinnen und Schüler fördern?

HUM-Schulen, die gute Erfahrungen zum Stärken der Verantwortung für das eigene Lernen haben, werde ich im Q-hum-Prozess allen anderen Schulen als Vernetzungspartner anbieten. Einige unterstützende Ergebnisse erwarte ich mir von unserer Q-hum-OÖ-LandesInitiative (aus dem 5. LRT/Landesroundtable) zum Kompetenzorientierten Lernen und Lehren, die zunächst bis 2014 in einem jeweils schuleigenen Fahrplan läuft.

Eine gute Fee erscheint und bietet Ihnen an, drei Dinge im österreichischen Schulsystem von heute auf morgen zu ändern: Wir sind neugierig – welche wären das denn?

Warum drei? Es braucht nur eine einzige Änderung: In jedem Spiegel wird auf Wunsch der Be-trachterin/des Betrachters die Wirkung ihres/seines heutigen Handelns nach zehn Jahren sichtbar.

Wordrap: Was fällt Ihnen zu diesen acht Begriffen ein?

NMS
Die Neue Mittelschule ist die dritte Organisationsform in der Sekundarstufe 1.

Frontalunterricht
Der Frontalunterricht ist gut gemachte Sachinformation und vervollständigt das Methodenrepertoire jeder Lehrperson.

Pädagogische Hochschulen
Die Pädagogischen Hochschulen sind bedeutende und oft innovative Orte zum Erwerb und zur faszinierenden Aktualisierung der Profession „LehrerIn“.

LehrerInnenausbildung
Die LehrerInnenausbildung heute wird morgen die LehrerInnenbildung von gestern sein.

Schulferien
Die Schulferien gehören genossen!

Pragmatisierung
Die Pragmatisierung ist eine Form von Dienstverhältnis zum jeweiligen Anbieter.

Lehrer/innen: Angelegenheit der Länder oder des Bundes?
Ich bin Bundesbeamtin!

E-Learning / Blended Learning
… bietet zeitliche und örtliche Öffnung des Lernens und kann den immer höchst individuell bleibenden und selbstverantwortlichen Lernprozess gut unterstützen.

Frau Landesschulinspektorin, herzlichen Dank für das Interview!

Kontaktadresse:
Landesschulrat für Oberösterreich
Mag. Dr. Maresa Binder

Telefon: 0732/7071-2111
Mail: Maresa.Binder(at)lsr-ooe.gv.at

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