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Die Suppe lügt

9. März 2011

Nein, diese Suppe lügt nicht, sie ist echt. Womit gemeint ist, dass sie mit echten Kräutern, Wurzelgemüse und ohne künstliche Aromen gekocht ist. Das ist weder bei Fertigsuppen noch bei Erdbeerjoghurt der Normalfall.
Franz von Suppe
Foto aus einem Workshop der Ferrarischule Innsbruck, Medieninformatik, mit Claudia Bachlechner

Hans-Ulrich Grimms Buch „Die Suppe lügt“ ist 2008 in einer aktualisierten Auflage neu aufgelegt worden. Darin wird über die Geschichte der „neuen Nahrungsmittel“ berichtet.

Wer weiß schon, dass es eine Erfindung gibt, mit der ein „Muskelfleischnahrungsmittel binnen weniger als 600 Sekunden gebräunt ist und auch so schmeckt?“ Das Patent freut jeden Grillmeister und spart jede Menge Arbeitszeit.

Grimm erzählt auch von der weiten Verbreitung künstlicher Aromen. Die allerdings nicht so genannt werden, denn die Unterscheidung zwischen „natürlich“ und „künstlich“ ist eher ein juristisches denn ein biologisches Problem.

„Natürlich“ ist nämlich alles, was in der Natur vorkommt. Also etwa Sägespäne. Aus diesen gewinnen Lebensmitteltechniker Erdbeeraromen. Und weil der Geruch nach Erdbeeren aus der Natur stammt, nämlich aus australischen Sägespänen, ist alles „natürlich“. Denn so viele Erdbeeren gibt es leider nicht, dass alle Erdbeerjoghurts damit gesegnet sein können.

Weitere Erzeugnisse sind die Aromen für Vegetarier, die ohne Fleisch nicht auskommen, rein geruchsmäßig. Für sie gibt es „Natürliches Aroma Typ Suppenhuhn“ oder „Natürliches Aroma Typ Lende“. Da fällt der Griff zum Soyalaberl gleich viel leichter.

Für alle, die sich als Unterrichtende mit Ernährung beschäftigen oder die kochen oder die „bloß“ essen: Lesen Sie dieses Buch! Es ist spannend geschrieben und Sie erfahren auf unter-haltsame Weise mehr darüber, warum selber kochen sinnvoll ist.

Das Buch
Hans-Ulrich Grimm, Die Suppe lügt, Die schöne neue Welt des Essens, Knaur Verlag, 2008

(el)

Tags: 06 Qualität