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Interessantes für Bildungsinteressierte

Editorial 23

24. Juni 2017

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
unsere Sommernummer des magazins 24 ist da, mit einem Schwerpunkt zum Thema: „Fake News“, „Postfaktisches Zeitalter“ und wem noch nicht zu trauen ist.

Unsere Redakteure haben sich wie immer bemüht, nicht nur interessante und lesbare Artikel zu schreiben, sondern Ihnen auch Hinweise auf Unterrichtsmaterialien und Tipps für Projekte zu geben.

Die Jubiläumsserie von Erich Ledersberger verweist auf eine weltberühmte österreichische Architektin, Margarete Schütte-Lihotzky, hin, die Erfinderin der „Frankfurter Küche“, die ihr selbst ein kleines Ärgernis ist, wie sie in einem Interview befindet. Außerdem listet er in einem Artikel auf, wie mit realen Zahlen und Grafiken geschummelt werden kann. Ein weites Feld für viele Gegenstände, besonders Mathematik.

Reinhard Wieser hat etliche Links im Netz gefunden, wie man seriöse Inhalte finden kann und berichtet von Hans Rosling, einem schwedischen Mediziner, der sich mit Ernährung, öffentlicher Gesundheit und Statistik beschäftigt hat. [Mehr… →]

Margarete Schütte-Lihotzky (1897 – 2000)

24. Juni 2017


Eigentlich hätte die – zumindest bei ihren Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen – weltberühmte Architektin 1941 enthauptet werden sollen. Sie war nach Österreich zurückgekehrt, um Widerstand gegen die faschistische Diktatur zu leisten.

Ihr damaliger Hauptwohnsitz war Istanbul, und weil damals die Türkei von Hitler-Deutschland heftig umworben wurde, entging sie der Todesstrafe. Ihr Mann hatte nämlich für sie einen Arbeitsvertrag in Ankara gefälscht.

Allerdings wurde sie zu 15 Jahren Haft verurteilt, das war länger, als das „Tausendjährige Reich“ dauerte. Ende des Weltkriegs wurde sie von der amerikanischen Armee aus dem Gefängnis befreit. [Mehr… →]

Lügen – aber richtig!

24. Juni 2017


Einfach lügen

Einfache Lügen sind meistens leicht zu durchschauen. Wenn einem jemand bei strahlend blauem Himmel erklärt, er habe noch nie ein so schönes Rot gesehen, beschleichen die meisten von uns Zweifel. Vielleicht steigt noch der Verdacht auf, es handle sich um einen Fall von Farbenblindheit, aber dem kann durch Argumente begegnet werden.

Allerdings heißt es auch hier vorsichtig zu sein.

Der US-amerikanische Präsident Trump hat sich nach seiner Angelobung über Nachrichten beschwert, dass zu ihm viel weniger Menschen gepilgert seien als zu Obama. Der Vergleich zweier Fotos von den Menschenansammlungen bewiesen allerdings, dass es tatsächlich so war. [Mehr… →]

Flipped Learning oder: umgedrehtes Lernen

24. Juni 2017


Die Auslagerung des Frontalunterrichts – vom Lehren zum Lernen

Seit ein paar Jahren erlauben uns immer einfacher zu bedienende Computer, Tablets und Smartphones die Anwendung einer neuen Methode, die großes Potenzial verspricht: „flipped learning” bzw. „flipped classroom” lautet die etwas geheimnisvolle Bezeichnung dafür.

Diese Anglizismen, deren wortwörtliche Übersetzung „umgedrehtes Lernen“ bzw. „umgedrehter Unterricht” lautet, stehen für eine innovative und erfolgversprechende Vorgangsweise, mit der wir mittels der digitalen Medien Teile der Wissensvermittlung – der Instruktion – als Arbeitsaufträge auslagern können. Die Zeit in der Schule hingegen können wir nutzen, um den neuen Lernstoff zu üben. Wir drehen also damit die gewohnte, traditionelle Methode um (= to flip). Erste Erfahrungen damit klingen durchaus vielversprechend bis enthusiastisch. [Mehr… →]

Fake News: Wer lügt denn nun?

24. Juni 2017


Als „Fake“ bezeichnete man im deutschen Sprachraum ursprünglich billige, aus China stammende Imitate von Markenprodukten. Inzwischen, verbunden mit dem weltweiten Aufstieg des Populismus, hat der Begriff eine weitere Bedeutung angenommen und ist dabei, hierzulande den von Rechtsextremen häufig verwendeten Begriff „Lügenpresse“ zu verdrängen.

„Fake-News“ ist eines der Lieblingswörter des amtierenden US-Präsidenten, der wohl keine Gelegenheit auslässt, um kritische Qualitätsmedien, wie z. B. die New York Times oder CNN, als „fake news“ zu bezeichnen. Und sich gleichzeitig als den Verkünder der einzig gültigen Wahrheit darzustellen.

Das in englischer Sprache publizierende Magazin Politico schrieb im Jänner 2017, dass viele US-Präsidenten, wie z. B. Nixon, Clinton oder Bush, gelogen haben, dass aber „Trump aus reiner Lust am Lügen zu lügen scheint.“ [Mehr… →]

Digitale Medien: ja, nein, ein bisschen?

24. Juni 2017


Digitale Demenz?

Manfred Spitzer, Mediziner und bekanntester sowie extremer Gegner digitalen Lehrens und Lernens, sieht im Einsatz von Tablets und Apps große Gefahren. Sie hätten Bluthochdruck, schlechte Noten und Konzentrationsstörungen zur Folge und machten nicht klug, sondern abhängig.

In der Ö1-Sendung „Das medialisierte Kind“ vergleicht er digitale Medien mit dem berühmten „Mohnlutscher“ vergangener Zeiten, mit denen Kinder ruhig gestellt wurden.

Sein Buch „Digitale Demenz“ wurde ein Bestseller, die Daten zur Mediennutzung kann uns zu denken geben: Laut einer Befragung von 43.500 Schülerinnen und Schülern verbrachten deutsche Jugendliche im Durchschnitt 7,14 Stunden täglich mit Medien. Der Gebrauch von Handys und mp3-Playern war dabei nicht berücksichtigt. [Mehr… →]

Hans Rosling – ein Nachruf

24. Juni 2017


Anfang Februar 2017 starb Hans Rosling, ein großer Wissenschafter und Optimist. Er war Professor für globale Gesundheit und lehrte am Karolinska-Institut, der königlichen medizinischen Universität, in Stockholm. In den letzten 15 Jahren widmete Rosling seine Zeit und Energie zunehmend der Darstellung der komplexen Zusammenhänge von Gesundheit, Wohlstand und wirtschaftlicher Entwicklung.

Professor Rosling verstand es meisterhaft, komplizierte Sachverhalte anschaulich zu präsentieren und uns darüber aufzuklären, welch gewaltige Fortschritte die Menschheit in seinem Forschungsgebiet gemacht hat – und wie wenig wir davon wissen bzw. wissen wollen (!). In seinen Vorträgen geht es meist um die weltweite Entwicklung von Geburtenraten, die Einkommensverteilung und die Lebenserwartung. Er brillierte darin, schwierigste Sachverhalte grafisch spannend aufzubereiten und sie humorvoll vorzutragen (vgl. seine TED-Videos – hier klicken.) [Mehr… →]

John Hatties „Sichtbares Lernen”: ein Rückblick

24. Juni 2017


Als vor drei Jahren John Hatties Studie „Sichtbares Lernen” auf Deutsch erschien, hatte diese beeindruckende Publikation, die Auswertung von rund 800 Meta-Analysen, einen gewaltigen Erfolg. Der Autor durfte sein Werk weltweit wie ein Superstar präsentieren und Politikerinnen und Politiker beraten und es gab kaum jemanden aus dem Bildungsbereich und der Bildungspolitik, der damals nicht darüber sprach. Wohl ein Grund für den gewaltigen Erfolg war, dass die Ergebnisse seiner Metastudie so vieldeutig waren und – ähnlich wie ein Rohrschachtest – genügend Raum für unterschiedliche Auslegungen ließen.

Was ist von Hatties Erkenntnissen hängengeblieben? Etwa die gute Nachricht, wie Hattie es formulierte, dass kaum etwas, was ein Lehrer tut, den Schülerinnen und Schülern schadet. [Mehr… →]

Unser Gehirn und wir

24. Juni 2017


Anfang März 2017 erschien die deutsche Übersetzung von David Eaglemans Bestseller „The Brain. Die Geschichte von dir[1]“. Der amerikanische Autor, Professor an der Stanford Universität, ist Neurowissenschaftler und bietet mit diesem Werk einen gelungenen populärwissenschaftlichen Einstieg in das Gebiet der Hirnforschung.

Das Buch besteht aus sechs Kapiteln. Im ersten – „Wer bin ich?“ – befasst sich Eagleman mit den Dingen, die unsere Persönlichkeit bilden, und damit, wie sehr wir zeitlebens von Umwelteindrücken und Erfahrungen geformt werden. Denn unser Hirn – verglichen mit dem vieler Tiere – ist nicht statisch, sondern „dynamisch verdrahtet“ und damit nicht nur in der Kindheit und der Jugend sehr anpassungsfähig. [Mehr… →]

Alte Methoden – digital verwendet

24. Juni 2017


Der Gedanke, dass Lernen vor allem mit selbständigem Erarbeiten von Inhalten zu tun hat, ist nicht neu. Von Comenius bis Rousseau, von Pestalozzi bis Montessori, von Freinet bis Sutherland gibt es eine Reihe von Pädagoginnen und Pädagogen, die bereits das gemacht haben, was wir heute unter gutem Unterricht verstehen:

  • Das Eingehen auf die Bedürfnisse der Jugendlichen und mehr noch das Fordern und Fördern ihrer Talente, worunter nicht das schlichte Akzeptieren von sinnbefreitem Verwenden diverser Apps verstanden werden kann.
  • Die Kombination von Theorie und Praxis, etwa im sinnvollen Einsatz von Vorträgen der Lehrerinnen und Lehrer und dem Üben des (hoffentlich) Gelernten.
  • Die Kenntnis grundlegender Techniken wie Lesen und Schreiben, die den kritischen Umgang mit Inhalten erst ermöglichen.

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Fake News und Schwindel erkennen

24. Juni 2017


Die Website hoaxmap.org überprüft seit einiger Zeit Gerüchte, die im Internet kursieren. Dem herrschenden Zeit„geist“ entsprechend befassen sie sich derzeit hauptsächlich mit den „Gefahren“ durch Asylsuchende.

Dass diese Gefahren (interessanterweise gerade in den sichersten Staaten der Welt!) mitunter skurrile Formen annehmen und mit der Wirklichkeit wenig zu tun haben, kann auf dieser Website für unterschiedliche Gegenden – Schwerpunkt ist Deutschland, aber auch für Österreich gibt es interessante Nachrichten – nachvollzogen werden.

Ein Blick auf die Seiten lohnt sich!

http://hoaxmap.org/index.html

ARD – ein toller Überblick

24. Juni 2017

In Zeiten der Desinformationsgesellschaft hat die öffentlich-rechtliche ARD erkannt, dass dieses Thema für unsere westliche Form der Demokratie enorme Bedeutung hat.

„Sucht nur die Menschen zu verwirren“ lässt Goethe im Vorspiel zu seinem Drama „Faust“ den Direktor zum Dichter sagen. Und offensichtlich benutzen diesen Lehrsatz die Gegner der Demokratie, um eine autoritäre Staatsform zu errichten.

Wie falsche Meldungen erkannt und entlarvt werden können, finden Sie hier: http://www.ard.de/home/ard/Fakten_statt_Fake_News/3690810/index.html

Anleitungen und Hinweise für einen fächerübergreifenden Medienunterricht.
Sehr empfehlenswert!


Screenshot vom 5. 4. 2017

 

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Was kosten FakeNews?

14. Juni 2017

#FakeNews kosten gar nicht viel!
Neue „Dienst“leister am Markt. Wer kauft ein?
Ein Tipp für alle Lehrerinnen und Lehrer, die das „Unterrichtsprinzip Medienerziehung“ umsetzen wollen.
Schöne Grüße
Erich Ledersberger

Gelassenheit hilft

27. Februar 2017

Prof. Dr. Gerald Hüther – Gelassenheit hilft: Anregungen für Gehirnbenutzer

Ein schöner Vortrag von Gerald Hüther, der im Sommer 2016 seine Arbeit an der Universität beendet hat.
Glücklicherweise hört er nicht auf, seine Erkenntnisse anderen Menschen zu vermitteln.

https://www.youtube.com/watch?v=2XlJmew2lK4

Editorial 22

1. November 2016

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
unsere Abteilung wird immer bunter und vielfältiger – aber das wissen Sie als treue Leserinnen und Leser ohnehin.

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