magazin24.info

Interessantes für Bildungsinteressierte

Editorial 24

3. November 2017

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
die Herbstnummer unseres magazin24 widmet sich diesmal schwerpunktmäßig dem Thema „Sozialstaat und Soziale Berufe“.

Wenn ausschließlich „Kosten“ bei gesellschaftspolitischen Überlegungen eine Rolle spielen, dann bereitet nicht nur die Bildung, sondern auch „der Sozialstaat“ Probleme. Wobei meist übersehen wird, dass die Dimensionen dieser Kosten im Vergleich zu etwa Bankenrettungen eher bescheiden sind. [Mehr… →]

Der Donauwalzer – 150 Jahre alt

3. November 2017


Heute wollen wir das Jubiläum eines Musikstückes feiern und selbstverständlich auch seinen Schöpfer: Vor 150 Jahren wurde der Donauwalzer uraufgeführt. Und zwar, was überraschen mag, vom „Wiener Männergesangsverein“.

Dieser Walzer, der als heimliche Hymne Österreichs gilt, wurde nämlich für diesen Männerchor geschrieben.

Johann Strauß Sohn, der in einem permanenten Streit mit seinem Vater lebte, ließ sich für die Komposition ziemlich Zeit. Eigentlich hatte er dem Männergesangsverein schon lange ein Stück versprochen, allerdings hielten ihn andere Verpflichtungen davon ab.

1867 aber war es endlich so weit, der Walzer konnte, die Endfassung angeblich in großer Eile hingekritzelt, uraufgeführt werden. Ursprünglich gab es dazu einen satirischen Text von dem Polizeikommissar (ja, wir befinden uns in Wien) Josef Weyl, auch der Anlass entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Wegen des verlorenen Krieges gegen Preußen verzichtete der Wiener Männergesangsverein nämlich auf den traditionellen „Narrenabend“ und veranstaltete eine Faschingsliedertafel. [Mehr… →]

Der Piefke, das ungeliebte Wesen

3. November 2017

Es ist erstaunlich: während wir seit geraumer Zeit unsere südlichen Nachbarn ganz höflich nur mehr „Italiener“ nennen und wenig schmeichelnde Bezeichnungen wie „Katzelmacher“ oder „Itaka“ jüngeren Menschen Gott sei Dank nicht mehr bekannt sind, bezeichnen wir hierzulande unsere deutschen Nachbarn noch immer mit dem wenig liebevollen, eher abwertenden Begriff „Piefke“.

Über die Herkunft des Worts gibt es mehrere Thesen. Glaubhaft erscheint, dass das Wort Piefke (ein so genannter „Ethnophaulismus“) ursprünglich aus dem Schlesischen (pivo = Bier) kommt und dort entweder jemanden bezeichnet, der Bier ausschenkt oder gerne Bier trinkt, wie Thomas Hödlmoser und Sabrina Glas 2016 in den Salzburger Nachrichten schrieben[1]. [Mehr… →]

Eine kurze Geschichte des Sozialstaates

3. November 2017

Der Sozialstaat, an dessen Vorteile wir uns gerne gewöhnt haben, ist eine relativ neue Erfindung der Menschheit.

Im 19. Jahrhundert, vor nicht einmal 150 Jahren, gab es keine allgemeine Krankenversicherung, vom Luxus einer Arbeitslosen-, Unfall- oder Pensionsversicherung ganz zu schweigen.

1845 genehmigte (!) Preußen die Errichtung von Krankenkassen für Arbeiter. Österreich brauchte etwas länger, erst 1889 kam es zu einer Krankenversicherung für Arbeiter und Angestellte

Der Sozialstaat, wie wir ihn heute kennen – und häufig viel zu wenig schätzen – wurde erst nach dem 2. Weltkrieg konsequent aufgebaut. Ziel war und ist es, alle Staatsangehörigen vor Not durch Krankheit und Arbeitslosigkeit zu schützen und älteren Menschen eine Pension zu sichern, die ihnen ein Leben ohne Not in der Gemeinschaft ermöglicht.

Der wirtschaftliche Aufschwung nach 1945 erlaubte es nicht nur, die sozialen Ausgaben für zum Beispiel Schulen, Spitäler oder öffentliche Verkehrsmittel zu erhöhen, sondern auch die die 5-Tage-Woche einzuführen. [Mehr… →]

Interview mit Gerhart Hofer, Direktor der Kathi-Lampert-Schule in Götzis

3. November 2017

magazin24
Laut einem Bericht des AMS gibt es einen großen Bedarf an Arbeitskräften für den „sozialen Bereich“, um es sehr allgemein zu formulieren. Das AMS drückt es konkret so aus:
„Im Berufsfeld ‚Alten-, Familien- und Behindertenarbeit‘ gibt es derzeit gute Beschäftigungsmöglichkeiten; der Bedarf an qualifiziertem Personal wächst.“
Direktor Hofer
Sozialberufe sind generell eine Wachstumsbranche. Ich darf auf drei dynamische Arbeitsfelder hinweisen: In Österreich ist ein quantitatives Wachstum der betagten Menschen mit Bedarf an Pflege und Betreuung zu verzeichnen.

Aktuell rechnen Experten beispielsweise mit einer Verdoppelung der Demenzfälle bis 2030 und einer Verdreifachung bis 2050. Das Feld der Unterstützungen von (Teil-)Familien zeigt großen Bedarf. Familienhilfe oder die Unterstützungen von Familien mit beeinträchtigten Kindern und die Assistenzdienste in Tagesstätten, Kindergärten und Schulen sind Bereiche, in denen der Personalbedarf ständig steigt.

Und nicht zuletzt der Bereich Behinderten- bzw. Integrationshilfe: Die große Vielfalt an Dienstleistungen für diesen Personenkreis und ihr Recht auf selbstbestimmte Lebensformen erfordern ebenfalls eine große Anzahl qualifizierten Personals. [Mehr… →]

Pflegeroboter

3. November 2017

Ist das unsere Zukunft?

Passt sich die Maschine dem Menschen an? Oder läuft das eher umgekehrt?

Auf der IFA, der Internationalen Funk Ausstellung in Berlin, werden jedes Jahr technische Neuigkeiten vorgestellt. Dort sehen die Besucherinnen und Besucher Dinge, die sie nicht für möglich halten: Pflegeroboter und Erziehungsroboter beispielsweise. Die werden sich nie durchsetzen!

An den Pflegeroboter haben sich einige Bewohnerinnen und Bewohner eines Altersheims schon gewöhnt. In einem Interview mit einer Frau stellte diese so in etwa fest: „Ich finde den Franzi super. Er ist immer freundlich und hat nie schlechte Laune.“ [Mehr… →]

Watchado? Berufsorientierung im dritten Millenium

3. November 2017

 

„What do you do?“ oder schlampig ausgesprochen: „whatchado?“ wird man in einem englischsprachigen Land gefragt, wenn das Gegenüber wissen will, welchen Beruf man ausübt. Whatchado ist aber auch der Name eines sehr erfolgreichen österreichischen Internetprojekts, das den Anspruch hat, Jugendlichen Hilfe dabei anzubieten, einen passenden Beruf zu finden, unabhängig von Herkunft, Geschlecht und sozialem Umfeld.

http://www.watchado.com versteht sich als Berufsorientierungsplattform für die junge Generation, meinte der Gründer der Seite, Ali Mahlodji, im Rahmen seines Vortrags (Denglisch: Keynote), den er anlässlich einer Veranstaltung der PH Tirol im Juli 2017 hielt. [Mehr… →]

Der schiefe Plan von PISA

3. November 2017

Einen kritischen Blick auf die Folgen von PISA und anderen Testformaten wirft die sehenswerte ZDF-Dokumentation „Der schiefe Plan von PISA!”, die als Video an der unten genannten Adresse bis zum 14.06.2018 verfügbar ist.

Wie sinnvoll sind solche Tests und Rankings, fragt die Journalistin Valerie Henschel, wenn durch die output-orientierte Bildungsvermittlung sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Lehrerinnen und Lehrer ein gewaltiger Druck entsteht und viele Beteiligte an diesem sinnlosen „Notenwettlauf“ (Josef Kraus) leiden? [Mehr… →]

Die Zukunft des Lernens

3. November 2017

Am 29. September 2017 lud die Firma Swarovski zu einem Gespräch über das Thema „Zukunft des Lernens“ ein, der große Saal im „Riesen“ in Wattens war ausgebucht, und vor allem sehr viele Lehrerinnen und Lehrer waren gekommen, um die kontroversen Vorträge (denglisch: Keynotes) von Ralph Müller-Eiselt von der Bertelsmann Stiftung und von Gerald Lembke, Wirtschaftswissenschafter und Experte für digitale Medien, zu hören. Auch Bildungsministerin Sonja Hammerschmid war anwesend und beteiligte sich an der abschließenden Podiumsdiskussion. [Mehr… →]

Bildung 2030: Die Zukunft der Schule

3. November 2017

 

Bildquelle: Charlie Chaplin: Modern Times, Wikipedia, Public Domain

Über die Zukunft der Schule wird seit Jahrzehnten intensiv diskutiert und noch mehr gestritten. Manches im österreichischen Schulsystem wurde ja auch geändert, doch letztlich gab es nie eine Reform, die diesen Namen wirklich verdient hätte, sondern höchstens das eine oder andere „Reförmchen”.

Warum ist das so?

Da gibt es zum einen die Bildungsexpertinnen und -experten und ihre Vorstellungen von einer Reform. Politiker/innen haben – vor allem gegen Ende einer Legislaturperiode – wiederum meist andere Pläne, die sich oft nicht daran orientieren, was die Schule heute wirklich brauchen würde, sondern daran, was ihre potenziellen Wählerinnen und Wähler präferieren. Und dann spielt meist auch noch die Grundhaltung der Gewerkschaft eine besondere Rolle, die man vorsichtig als „systembewahrend“ bezeichnen könnte. [Mehr… →]

Beruferaten: Was bin ich?

3. November 2017

Manche erinnern sich noch an die TV-Sendung „Was bin ich?“, in dem seltene, mitunter seltsame Berufe erfragt bzw. erraten werden sollten.

Wer heute die Stellenangebote durchliest, wundert sich: Vom „Chief Financial Officer (CFO)“ über „Senior Legal Counsil“, vom „Country Operations Manager“ zur „Vice President Group Controlling“ oder der schlichten „CEO (Chief Executive Officer“ werden jede Menge Stellen angeboten.

Bloß: An wen richtet sich das Angebot? Was arbeiten diese Menschen? Und wer kann sich dafür bewerben? [Mehr… →]

Die Schnürlischrift

3. November 2017

PISA-Sieger Finnland hat es vorgemacht, die Schweiz zieht nach, das Ende der (Schreib)Kultur ist nahe. Zumindest nach Ansicht mancher Bildungsexperten in Deutschland.

„Den Kindern darf unter dem Dach der Schule auf keinen Fall eine Beschränkung ihrer motorischen Fähigkeiten zugemutet werden,“ warnt etwa Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung im SPIEGEL.

In der Schweiz sieht man das entspannter. Unsere „Lateinschrift“ heißt dort „Schnürlischrift“, woraus leicht zu erkennen ist, dass selbst Nachbarländer, die scheinbar die gleiche Sprache benutzen, kommunikativ Probleme haben. [Mehr… →]

Editorial 23

24. Juni 2017

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
unsere Sommernummer des magazins 24 ist da, mit einem Schwerpunkt zum Thema: „Fake News“, „Postfaktisches Zeitalter“ und wem noch nicht zu trauen ist.

Unsere Redakteure haben sich wie immer bemüht, nicht nur interessante und lesbare Artikel zu schreiben, sondern Ihnen auch Hinweise auf Unterrichtsmaterialien und Tipps für Projekte zu geben.

Die Jubiläumsserie von Erich Ledersberger verweist auf eine weltberühmte österreichische Architektin, Margarete Schütte-Lihotzky, hin, die Erfinderin der „Frankfurter Küche“, die ihr selbst ein kleines Ärgernis ist, wie sie in einem Interview befindet. Außerdem listet er in einem Artikel auf, wie mit realen Zahlen und Grafiken geschummelt werden kann. Ein weites Feld für viele Gegenstände, besonders Mathematik.

Reinhard Wieser hat etliche Links im Netz gefunden, wie man seriöse Inhalte finden kann und berichtet von Hans Rosling, einem schwedischen Mediziner, der sich mit Ernährung, öffentlicher Gesundheit und Statistik beschäftigt hat. [Mehr… →]

Margarete Schütte-Lihotzky (1897 – 2000)

24. Juni 2017


Eigentlich hätte die – zumindest bei ihren Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen – weltberühmte Architektin 1941 enthauptet werden sollen. Sie war nach Österreich zurückgekehrt, um Widerstand gegen die faschistische Diktatur zu leisten.

Ihr damaliger Hauptwohnsitz war Istanbul, und weil damals die Türkei von Hitler-Deutschland heftig umworben wurde, entging sie der Todesstrafe. Ihr Mann hatte nämlich für sie einen Arbeitsvertrag in Ankara gefälscht.

Allerdings wurde sie zu 15 Jahren Haft verurteilt, das war länger, als das „Tausendjährige Reich“ dauerte. Ende des Weltkriegs wurde sie von der amerikanischen Armee aus dem Gefängnis befreit. [Mehr… →]

Lügen – aber richtig!

24. Juni 2017


Einfach lügen

Einfache Lügen sind meistens leicht zu durchschauen. Wenn einem jemand bei strahlend blauem Himmel erklärt, er habe noch nie ein so schönes Rot gesehen, beschleichen die meisten von uns Zweifel. Vielleicht steigt noch der Verdacht auf, es handle sich um einen Fall von Farbenblindheit, aber dem kann durch Argumente begegnet werden.

Allerdings heißt es auch hier vorsichtig zu sein.

Der US-amerikanische Präsident Trump hat sich nach seiner Angelobung über Nachrichten beschwert, dass zu ihm viel weniger Menschen gepilgert seien als zu Obama. Der Vergleich zweier Fotos von den Menschenansammlungen bewiesen allerdings, dass es tatsächlich so war. [Mehr… →]